Vorträge

Lectures

Für interessierte Gruppen wie z.B. Schulklassen, Hochschulen, Bürgerinitiativen oder politische Parteien biete ich vier unterschiedliche Vorträge zu den Themen Atomkraft, Erdgas-Fracking und Braunkohle sowie über die Geschichte der Kernenergie an.

 

Ihre Anfragen und Terminabsprachen schicken Sie mir gerne per E-Mail. Vielen Dank! 

Vortrag: "Die wahre Katastrophe ist das Vergessen"

Atomkraft, Erdgas-Fracking, Braunkohle – das sind die drei Ansatzpunkte der derzeit anstehenden und momentan eher schleppend verlaufenden Energiewende. 

Was diese Umweltthemen verbindet, ist die ungeheure Langfristigkeit der Umweltfolgen und die Gefahr des Vergessens.

 

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

Die dreifache Kernschmelze von Fukushima

Das undichte Atommüll-Endlager der Asse

Die verschwiegene Kernschmelze im DDR-Atomkraftwerk Lubmin

Die strahlenden Altlasten des Uran-Bergbaus der WISMUT in Thüringen. 

Die radioaktiven Überreste der Uranmunition aus dem Irak-Krieg. 

 

Wir hören kaum noch etwas von diesen nuklearen Katastrophen. 

 

Bedeutet dieses Schweigen der Medien, dass alles nur halb so schlimm war?

 

Erst kürzlich bin ich aus Weißrussland und aus der Ukraine zurückgekehrt und habe dort beobachten müssen, wie die Menschen in diesen immer noch verstrahlten Gebieten 30 Jahre nach dem Tschernobyl-Unfall mit der allgegenwärtigen Radioaktivität in ihrem Alltag leben müssen. 

 

Oder welche fast vergessenen Folgen der DDR-Erdgasförderung bedrohen noch heute Mensch und Umwelt – vor allem, weil das umstrittene Erdgas-Fracking unter dem Namen „Bohrloch-Intensivierung“ in der DDR in großem Stil eingesetzt wurde? 

 

Jahrelang habe ich in Sachsen-Anhalt untersucht, welche langfristigen Auswirkungen (wie z.B. Quecksilber-Kontaminationen) das Erdgas-Fracking für Mensch und Umwelt hat. 

 

Und wie sieht es mit den Auswirkungen des Braunkohle-Tagebaus in der Lausitz aus? Sind Grundwasserabsenkungen, Verockerung und Versauerung von Gewässern, Millionen Tonnen Kohlendioxid und Feinstaub sowie kilogrammweise Schwermetalle und radioaktive Stoffe aus den Kraftwerken wirklich kein Thema mehr? Und sind die Verwüstung ganzer Landstriche, die Umsiedlung kompletter Dörfer und der damit verbundene Heimatverlust wirklich noch notwendig und zeitgemäß? 

 

Seit einem Jahr erlebe ich an meinem neuen Wohnort in der Lausitz als Betroffener aus nächster Nähe die Auswirkungen der Braunkohle-Förderung, denn auch unser Dorf und unser Haus sollen nach dem Willen von Wirtschaft und Politik für einen neuen Braunkohle-Tagebau abgerissen werden. 

 

In meinem neuen Vortrag „Die wahre Katastrophe ist das Vergessen“ nehme ich die Zuhörer mit an diese Orte der stillen und fast vergessenen Katastrophen. Ich gebe tiefe Einblicke in die schmutzigen Hintergründe der Energieerzeugung aus Atom, Braunkohle und Erdgas, berichte über die Motive für diese exemplarischen Fälle von rücksichtsloser Umweltzerstörung und erzähle von den häufig übersehenen Ewigkeitslasten dieser Formen der Energiegewinnung. 

 

     Dauer:          90 Minuten + Publikumsfragen

     Projektion:   169 Farbfotos, Grafiken und Karten

Grenze der Sperrzone von Tschernobyl
Grenze der Sperrzone von Tschernobyl
Quecksilberperlen in einem Erdgas-Förderrohr
Quecksilberperlen in einem Erdgas-Förderrohr
Zerstörter Lebensraum im Braunkohle-Tagebau
Zerstörter Lebensraum im Braunkohle-Tagebau

Vortrag: "Fukushima 360º - ein Rundumblick über das Leben nach der Atomkatastrophe"

Weltweit berichten die Medien kaum noch über Fukushima. Langsam aber sicher gerät die Atomkatastrophe in Vergessenheit und es verbreitet sich der trügerische Eindruck, dass alles nur halb so schlimm war, die Situation unter Kontrolle ist und sich das Leben der betroffenen Menschen wieder weitgehend normalisiert hat. Doch ist das wirklich der Fall? Wie sieht es heute aus in der Region um Fukushima - fünf Jahre nach der größten Atomkatastrophe in der Geschichte der Menschheit? Wie hat die dreifache Reaktorkernschmelze den Alltag und das Leben der Menschen in Japan verändert?

 

Der deutsche Umwelt-Fotojournalist Alexander Tetsch, der im Jahr 2011 auch zehn Tage lang in der evakuierten Sperrzone von Tschernobyl recherchiert hat, begibt sich auf Spurensuche. Er blickt hinter die Kulissen des medialen Schweigens und erzählt anhand von 44 unterschiedlichen Personen und ihren Schicksalen davon, welche tief greifenden und unumkehrbaren Veränderungen der Atomunfall für jeden Betroffenen – einschließlich der 360.000 Kinder der Präfektur Fukushima – gebracht hat. Tetsch zeigt die Herausforderungen und Schwierigkeiten im alltäglichen Leben, berichtet über Verzweiflung und Hoffnung, teilt die Träume auf eine bessere Zukunft und wird Zeuge vom herausragenden Engagement einzelner Menschen, die selbstlos über sich hinauswachsen. Und er beschreibt die Skrupellosigkeit eines alteingesessenen Systems aus Ärzten, Beamten, Politikern, Medien, organisierter Kriminalität und Industrieunternehmen, für die ein einzelnes Menschenschicksal nicht sehr viel zählt. 

 

Aus mehr als 17.000 Fotos und über 80 Interviews mit Betroffenen entstand eine aktuelle Dokumentation über das Leben in der Präfektur Fukushima und über die vielen großen und kleinen Auswirkungen der Atomkatastrophe auf die japanische Gesellschaft. Mit Fakten und Informationen aus erster Hand widmet sich dieser Vortrag der Frage, ab welchem Punkt die Risiken einer Technologie gesellschaftlich, wirtschaftlich und ethisch untragbar werden.

 

     Dauer:          90 Minuten + Publikumsfragen

     Projektion:   157 Farbfotos, Grafiken und Karten

Vortrag: "Tschernobyl - Broken Dreams"

Nach zwei Reisen in die Sperrzone und aus mehr als 9.000 Fotos und über 30 Stunden Interviews mit ehemaligen Ingenieuren, Direktoren und Liquidatoren des Kernkraftwerks entstand diese aktuelle Dokumentation über Tschernobyl, wie es heute ist - gut ein Vierteljahrhundert nach dem größten Atomunfall der Geschichte. 
 
     Dauer:          90 Minuten + Publikumsfragen
     Projektion:   190 Farbfotos, Grafiken und Karten

 

Vortrag "Über die Ethik des Atoms"

Ein dichter Schleier von Geheimnissen und Halbwahrheiten umschließt seit 75 Jahren die Atomforschung und die Atomenergie. Anhand von historischen und aktuellen Beispielen werden Verhaltensmuster und Hintergründe einer Wissenschaft und Technologie erkennbar, die sich im Halbdunklen und außerhalb des Rampenlichts am wohlsten zu fühlen scheint. 

 

     Dauer:          90 Minuten + Publikumsfragen

     Projektion:   140 Farbfotos, Grafiken und Karten